Kleine Freuden

Und wie sie Leichtigkeit ins Leben bringen

Eben hatte ich den LAN-Stecker gezogen, um offline zu sein und zu schreiben. Dann aber stand die Katze miauend vor der Tür und ich fand, sie hatte Recht: die Sonne schien, und obwohl es merklich Frühling wurde, war das noch immer eine kleine Besonderheit.

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Ich fragte sie, ob wir zusammen in den Garten gehen und natürlich wollte sie mit, obwohl sie es zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, weil sie natürlich keine Ahnung hatte, wovon ich redete. Ich öffnete die Tür, die Katze huschte raus und vorbei und zur Tür unten hinaus, die offen stand. Ich zog meine Schuhe an und ging hinterher und als sie mich draußen sah und hörte, wie ich nochmal sagte „komm, wir gehn in den Garten“ und merkte, dass ich in Richtung Gartentor lief, da begriff sie und folgte mir. Und kurz darauf kam auch der andere Kater.


Eigentlich hatte der Tag ziemlich blöd angefangen. Ich war schlecht gelaunt und wusste nicht recht, warum, ob es daran liegen konnte, dass mal wieder diese Zeit im Monat war oder eine düstere Phase der Art, wie sie seit etwa zwei Jahren manchmal kamen. Oder einfach nur ein blöder Tag, den man mit einem Nachmittag voll Netflix wieder unvergessen machen kann…

Es gibt vieles, worüber man sich tagtäglich ärgern kann. Und das hört auch dann nicht auf, wenn man die gesellschaftlich-ausgetretenen Pfade verlässt und ein verrücktes Aussteiger-Leben führt. Wenn man morgens ausschlafen kann, wenn man will, und den ganzen Tag in so gemütlichen Klamotten verbringen, wie sie noch kein Bürokomplex jemals gesehen hat. Wenn es draußen einen Garten gibt und man jeden Tag mit dem Blick auf grüne Schwarzwald-Weiden und -Wälder aufwacht. Wenn die Luft klar ist, das Essen wertvoll und das Wasser frisch aus der Quelle.


Denn natürlich sind da trotzdem noch die Geschirrberge, die gespült, und die Wäsche, die aufgehangen werden will. Rechnungen, die bezahlt und innere Konflikte, die ausgehalten werden müssen. Und immer wieder — zu oft, um es zu ignorieren — ist zu wenig Geld auf dem Konto. Weil Dinge Zeit brauchen. Weil manches nicht so funktioniert, wie man es gerne hätte. Weil halt.


Dann ist es gut, wenn es ein oder zwei Katzen gibt, die einen daran erinnern, dass draußen die Sonne scheint. Dass man sich im Garten auf den warmen, nur ganz leicht nassen Boden setzen und einfach sein kann. Dass man nur draußen sehen kann, ob schon der erste Bärlauch oder die ersten Spitzen vom Giersch durch den Boden brechen. Dass man rum toben und spielen und lachen kann, während einem besagte Sonne ins Gesicht strahlt.

Und dass durch diese kleinen Freuden das Leben zwar nicht völlig leicht, aber ganz bestimmt ein bisschen leichter wird.

25.02.2017
Nadine